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Halsbandleguan-Portal

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Gedanken


Bild "logo.png" Hier sollten nun die Gedankengänge zu einigen Aussagen erläutert, be- und umschrieben oder auch kommentiert werden.

Ein Satz im letzten Posting von Armadillo ist dabei mehr als aufschlussreich, hier einmal als Zitat:

Der wirkliche Hund liegt bei Stejneger (1890) begraben.
Das ist meiner Meinung nach die Wurzel des, wenn ich das mal so ausdrücken darf "baileyi" ‐ Übels.


Um diese beiden Sätze dann auch richtig verstehen zu können - habe ich viel gelesen und versucht zu verstehen was er meint. Um es deutlich zu machen, ich bin auch kein Biologe, Herpetologe oder Wissenschaftler, nur eben ein Halter dieser wunderschönen Tiere - nicht mehr und nicht weniger. In vielerlei Literatur oder Berichten liegt auch meiner Meinung nach ein großes Problem begraben, denn veröffentlicht bedeutet nicht immer zwangsläufig auch richtig oder korrekt zu sein.

Schrift von William Ingram III and Wilmer W. Tanner

Bild "Ingram-Tanner.jpg"

Ich war so frei und habe mir eine Passage, die sich auf Stejneger bezieht einmal übersetzt, in grün die Erläuterungen:

Eine taxonomische Studie von Crotaphytus collaris zwischen dem Rio Grande und Colorado River.
by
William Ingram III and Wilmer W. Tanner

Im Jahre 1890 beschrieb Dr. Leonhard Stejneger Crotaphytiis baileyi neu. In der Typlokalität (Die Typlokalität ist in der Geologie und der Mineralogie der Ort -Lokalität) wurde aufgeführt  "Painted Desert, Little Colorado River, Arizona," und die Schriftmuster als US-National  Museum Nr 15281 bezeichnet. Andere Proben in die mitgelieferte Typenreihe waren USNM 15.282-15.287.
Stejneger (1890) unterschied C. baileyi von C. collaris anhand von vier Merkmalen: (1) zwei Reihen der interorbitals, (2) kleinere supraocular Schuppen, (Eine Skala oberhalb des Auges, in Kontakt mit dem oberen Rand des Auges..) (3) schmaler Kopf und (4) längere Schnauze. Zum Zeitpunkt der Beschreibung zeigt Stejneger an, dass weitere Untersuchungen wahrscheinlich C. baileyi zeigen würde, in Kategorie mit C collaris. Allerdings bezeichnete er es als ein neue Spezies, bis ein schlüssiger Nachweis über Intergradation (Unter Intergradation wird das Vermischen zweier oder mehrerer Subspezies einer Art in einem regionalen Gebiet verstanden. ..) bereitgestellt werde. Der geographische Bereich von C baileyi wurde weiter als westliches New Mexico, Arizona gesetzt, Nevada und Nord-Mexiko.
E. D. Cope (1900), in seinem monumentalen Werk über Nordamerikas Reptilien, erkannte die von Stejneger aufgeführten Unterschiede. Allerdings stellte er fest, dass "Übergänge (die Zeichen zwischen den einzelnen Regionen), so  zahlreich sind, dass ein deutlicher Unterartenname von zweifelhaftem Nutzen ist." Cope versäumt es, seine Schlussfolgerungen mit einer klaren Darstellung der Daten zu untermauern , sondern verglich nur die Anzahl der Proben im Bestand (80) statt den Zustand ihrer Interorbitalia (Kopfbeschilderung zwischen den Augen). Er scheiterte daran zu erkennen ob C. baileyi entweder einer Art oder Unterart zuzuordnen war, weil seine Serie eine große Anzahl von Proben der Mittelstufe bis C collaris oder C baileyi mit in Bezug auf interorbitalen Beschuppung enthielt. Allerdings stellt er fest dass die meisten dieser Zwischenproben aus dem Mittelabschnitt  New Mexicos und dem westlichen Texas kamen, die durch Stejneger als das wahrscheinliche vorgeschlagene Gebiet mit fließendem Übergang galten. So fragt man sich, warum Cope  C. baileyi erkennen konnte und sie als Unterart von C. collaris einstufte.
Stone und Rehn (1910) waren die ersten, die   C. baileyi als Unterart von C. collaris  anerkannten. Dies wurde auf der Basis  einer Reihe von elf Proben von Pecos, Texas,  in  die mit Eigenschaften von sowohl C-Proben und C. baileyi collaris waren in der Serie. 1917 führten Stejneger und Barbour  C. c. collaris und C. c. baileyi in ihrer Checkliste auf, mit zentralem NewMexiko als die Trennlinie zwischen den beiden Subspezies......



Stejneger hat also 4 Merkmale als Anhaltspunkt seiner Beschreibung für eine "Unterart" zugrunde gelegt, so jedenfalls ist es zu verstehen. Um es aber auch begreifen und/oder verstehen zu können, ist es unumgänglich ganz einfach das Verbreitungsgebiet von "Baileyi" einmal ganz genau betrachten. Das Vorkommen erstreckt sich von Utah, Colorado, Arizona bis nach New Mexiko hinein.
Und jetzt kommt ein weiterer Faktor hinzu - das Verbreitungsgebiet von C. bicinctores erstreckt sich auch von Utah bis nach Arizona. Es gibt nicht nur Berührungs- sondern auch Überschneidungspunkte. Was also ist, wenn Stejneger keine in seinen Augen "Unterart" - sondern eine völlig andere Art um- und beschrieben hat?

  (1) zwei Reihen der interorbitals (Auf dem unteren Bild rot markiert)
  (2) kleinere supraoculare Schuppen (Schuppen über dem Auge auf dem Kopf)
  (3) schmaler Kopf
  (4) längere Schnauze
  
Betrachte ich mir nun auch noch die Skizze (Schumacher 2002 Halsbandleguane Seite 85 C. c. baileyi), dann erkenne ich dort einen C. bicinctores mit all seinen typischen Merkmalen. Anhand eines Bildes (Wildfang von C. bicinctores) lässt es sich evtl. besser erläutern.

Bild "WF_Interorbitalia.jpg"

Wir hatten diesbezüglich auch einen interessanten Thread in unserem Forum mit doch einigen Kopfaufnahmen der Tiere von den gängigen Verbreitungsgebieten. Hier einmal Aufnahmen meiner eigenen Tiere.

Bild "semi_grau1.jpg"  Bild "semi_grau2.jpg"
Bild "bicinctores2010.jpg"

Liegt es vielleicht im Rahmen des Möglichen, dass dort der "Hund begraben" liegt? Ist aufgrund von mangelhaften Untersuchungen ein Fehler oder Irrtum der Vergangenheit einfach so übernommen worden?



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